Mein Leben und ich
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Einige Zeit später...

...und ein paar verzweifelte Bewerbungen weiter, hatte ich immer noch keinen Job in der Hand. An dem Wochenende der wohl enttäuschendsten Woche diesen Jahres, ging es mir zumindest dadurch besser, dass wir Besuch von meinen Großeltern bekamen, die ich leider aufgrund der Entfernung viel zu selten sehe. Abgerundet wurde das ganze von einem wunderbaren Mann, mit dem ich seit dem 28. zusammen bin. Dementsprechend war es eine Absage, die man ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinnahm. Eine Woche später bin ich dann spontan mit meinen Eltern und meinem Bruder ans Meer nach Holland gefahren - einfach mal raus. Das brauchten wir alle. Abstand zu unserem Leben zu Hause, abschalten. Doch das alles änderte nichts an meiner Situation. Einerseits wollte ich nicht arbeiten, sondern lieber etwas ganz anderes probieren, doch was sollte ich schon tun? Meine Eltern hatten jedenfalls - verständlicherweise - keine Lust mir ein Jahr Praktika in irgendwelchen Betrieben zu finanzieren. Und für mich war klar: Wenn ich denn einen Job suche, dann musste ich jetzt verdammt schnell einen finden. Denn für weniger als zwei Jahre stellt einen erst recht niemand ein. Dementsprechend habe ich mich überall erkundigt, wo es nur ging, und habe schlussendlich zwischen zwei Stühlen gestanden: Nehme ich den Job in der Abrechnung mit verdammt viel Verantwortung, als Schwangerschaftsvertretung und mit Anlernen oder warte ich lieber auf eine Rückmeldung eines Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, wo ich so gerne mal reingeschaut hätte? Im Endeffekt habe ich mich aber doch für das Erste entschieden. Abrechnung lerne ich im Studium nicht und ein wenig lernen mit Verantwortung umzugehen, schadet, glaube ich, niemandem! Also arbeite ich jetzt seit Mitte Oktober dort und habe mich ganz gut entschieden. Ich habe zumindest beides: einen netten Chef und liebe Kolleginnen. Das ist wirklich selten! Aber ich bin froh drum. Das macht die ganze Anlernerei gleich viel einfacher. Trotzdem ging es mir sporadisch, also vor allem im November, echt schlecht. Eigentlich schon seit Anfang September, wenn ich mich richtig entsinne, aber so heftig war es erst im Herbst. Und so schlimm kannte ich es bis dato wirklich noch nicht! Ich kam abends nach Hause und war einfach unendlich niedergeschlagen und.... leer. Einfach nur leer. Ich kann es nicht anders beschreiben. Es muss für Außenstehende total dämlich klingen, es ist ja auch schwer nachzuvollziehen. Doch in meinem Leben sind schon einige Sachen passiert, die mich dann in Verbindung mit der Ablehnung und dem Druck und Stress auf der Arbeit zu erdrücken schienen, mich schier betäubten und unfähig machten, in meinem Leben noch irgendeinen Sinn zu sehen. Dabei habe ich mir einst Dinge vorgenommen, die es noch zu tun gilt, damit mein Leben anderen etwas gebracht hat. Davor zu gehen wäre einfach nur undankbar und egoistisch. Danke in diesem Moment an meine Mutter, die mein Leben schon einmal gerettet hat! Okay, genug mit dem Rumgeheule. Jetzt geht es mir jedenfalls schon besser. Auf der Arbeit läuft es glatter, nur mit meinem Freund bin ich mir zur Zeit nicht unbedingt sicher... Aber auch das wird, denke ich, vergehen. Immerhin ist bald Weihnachten. Wie dem auch sei, ich versuche das Beste draus zu machen. Kommendes Wochenende werde ich erstmal meine langjährige Brieffreundin aus Frankreich in ihrem Auslandssemester hier besuchen. Ich habe sie seit 8 Jahren nicht mehr gesehen. Und meine Großeltern kommen auch am Freitag, dann sehe ich die auch vor Weihnachten nochmal. Darauf freue ich mich sehr. Also dann, mal sehen, was die Woche noch so für mich bereit hält....
9.12.13 22:12
 
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